PADOVA
(70 Minuten mit dem Wagen von unserem Zentrum) Wenn es
in Italien eine ausgesprochene universal gesinnte Stadt
gibt, so ist es sicherlich Padua. Nicht nur deshalb weil
es dort eine Universitaet gibt: Padua besitzt wohl auch
andere Schaetze; unter anderem die Kirche des St. Antonio
mit den vielen Wallfahern sowie das groesste Gebaeude
des italienischen Mittelalters, den "Palazzo della
Ragione". Padua war immer eine Handels- und Handwerksstadt.
Im roemischen Zeitalter war sie eine der reichsten Staedte
des Reiches. Aus jenen Zeiten sind noch die Ruinen des
Amphitheaters und die Boegen einiger Bruecken erhalten. Sie werden bewundern: -
die Universitaet: Immer in Padua dominierte
die Universitaet, wegen dem Prestige ihrer Professoren
sowie wegen der Macht der Studenten (z.B. Copernicus und
Galileo). Und sie dominierte, weil sie etliche jahrhundertelang
die Universitaet der Freiheit war. In jenem Jahrhundert
wurde der erste botanische Garten einer Universitaet angelegt.
Damals war die Universitaet Padua jene in Italien, die
von auslaendischen Studenten am liebsten besucht wurde; - Cappella degli Scrovegni:
Padua besitzt den vollstaendigsten und best erhaltensten
Freskenzyklus von Giotto in der Cappella degli Scrovegni.
Wer Giotto, d.h. den groessten Maler den Europa im Mittelalter
besass, sehen will, muss nach Padua kommen; -
S. Antonio Kirche: Der Bau der "Santo"
Kirche ist einer der meist besuchtesten Wallfahrtsorte
des Christen tumswurde sofort nach dem Tode des Hl. Antonius,
der am 13. Juni 1231 starb, begonnen. Die Kirche laesst
sich stilistisch schwer definieren: sie besteht aus einem
Gefuege romanischer, gotischer, orientalischer und sogar
arabischer Merkmale und scheint vorausahnen zu lassen,
welch kosmopolitischen Charakter die Verehrung des Heiligen
haben wird. Sie enthaelt enorme Kunstschaetze, die den
Besucher begeistern werden, genau so wie ihn die Andacht
der in jeder Jahreszeit, zu jeder Tagesstunde ihn besuchenden
Glaeubigen ueberraschen wird; - Prato
della Valle: Es gibt in Venezien keinen
anderen Platz mit so grossen Ausmassen wie den Prato della
Valle. Im Altertum befand sich hier ein roemischer Zirkus.
Er lag ausserhalb der Stadtmauer und daneben befanden
sich die Graeber der ersten christlichen Maertyrer. S.
Giustina vor allem; ihe wurde die grosse Kirche davor
geweiht.
In der Provinz von Padua:
Luvigliano: Die
Villa ist die erste einer langen Reihe, die durch das
Werk des Palladio sowie anderer Architekten, Venetien
auf diesem Gebiet jenes enorme Vermoegen an in den Huegeln
und Feldereien verstreuten Bauwerken gab, die es charakterisieren;
Arquà: wie die erste Villa
aus dem 16. Jahrh. jene der Vescovi ist, so war Francesco
Petrarca der erste ruhmreiche Mann der in diesen Huegeln
seinen Sommeraufenthalt verlebte. Um dessen Pfade zu verfolgen,
muessen wir uns nach Arqua' begeben, einem Ort der besser
als alle anderen seine mittelalterliche Eigenart bewahrt
hat. Petrarcas Grab befindet sich auf einem schattigen
Platz neben der Kirche; Praglia:
Die Staedtchen wo die Benediktiner ein Kloster, Kunstwerk
des Tullio Lombardo aus der Renaissance, grueneten. Die
Moenche gruendeten dort ein Zentrum zur Restaurierung
alter Buecher, eines der meist geschaetzten in Italien;
Este: Es zeigt seine Tuerme der
Burg inmitten der romantischen Kulisse eines am Hange
gelegenen Gartens. Die aelteste Kirche in Este ist die
romanische Chiesa di S. Marino. Die wichtigste Kirche
ist die Chiesa di S. Tecla, d.h. der Dom. Gaspari errichtete
ihn am Ende des 17. Jahrh., sie bewahrt eine dramatische
Tafel am Hauptaltar von Tiepolo, wo die Hl. Tecla die
Muttergottes um das Ende einer Pest anfleht; Monselice:
Gegen Mitte des 13. Jahrh. erbaute Ezzelino da Romano
- der als kaiserlicher Stellvertreter einen Grossteil
Venetiens tyrannisierte - eine Residenz in Monselice,
die heute noch existiert und Ca' Marcello genannt wird,
dem Namen der venezianischen Adeligen, deren Eigentum
sie spaeter war.
DIE VON MAUERN UMGEBENEN
STAEDTE: Ein Musterbeispiel dessen, wie man in
Venetien die von Mauern umgebenen Staedte mit groesstem
und berechtigten Stolz einen "mittelalterlichen Mauerring"
nennt, besitzen Montagnana und Cittadella, die das Rechteck
eines Mauerringes auf musterhafte Weise bewahrten
Montagnana Die
kleine Stadt hat sich - nicht wie es bei anderen Staedten
der Fall istihr Profil versteckend ausgedehnt. Um ihre
Mauern herum wurde ein freies Schutzgebiet eingehalten:
u.a. ein streifen Gruen als Kontrast zur Farbe des Ziegelwerks
der Mauern und Tuerme.
CITTADELLA
Sie besitzt einen runden Mauerring, der hoeher als jener
in Montagnana ist, mit vier Toren, mit vier Strassen,
die sich in der Ortsmitte kreuzen. Im Mauerwerk wechseln
sich die Lagen Ziegel mit den Lagen aus Rundsteinen des
Brenta ab. Auf einem der Tuerme, zum Schutz der Tore,
Torre di Malta genannt (verrucht aus dem Grunde weil Ezzelino
dort die zum Tode verurteilten politischen Gefangenen
einkerkern liess), kann man heute noch das Wappen der
Carraresi erblicken.